Die Romfahrt der 9. Klassen
Rom hat viele Namen: die heilige, ewige und weltberühmte Stadt. Der Lateinkurs des neunten Jahrgangs durfte nun Rom für fünf Tage auf all diesen Ebenen erkunden.
Es war Montag um 5 Uhr morgens: die Ampeln waren noch nicht mal angeschaltet, der Regen fiel, und der Lateinkurs des neunten Jahrgangs traf sich am Oldenburger Bahnhof. Man spürte eine große Vorfreude auf die nächsten Tage in Rom. Die Anreise zum Flughafen und der Flug verliefen problemlos: wir waren noch vor Schulende in Italien und fuhren zum Termini, dem Hauptbahnhof, den wir in den nächsten Tagen noch viel sehen würden. Nachdem wir uns kurz die Zimmer angeschaut und unser Gepäck verstaut hatten, machten wir uns schon auf den Weg zur Trajanssäule. Bereits im Unterricht hatten wir Referate zu den unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten vorbereitet, die wir hier in Rom vorgetragen haben. Das erste fand nun bei der Trajanssäule statt. Danach liefen wir die Treppen des Monumento a Vittorio Emanuele II, auch Schreibmaschine genannt, hoch und von dort hatten wir eine malerische Aussicht und sahen den Sonnenuntergang, eine wohlverdiente Belohnung für die Reise. Alles war in warmen Farben getaucht, man sah das Kolosseum und auch den Petersdom in der Ferne. Der Tag endete mit einem Abendessen in einem Restaurant in der Nähe des Hotels.
Am Dienstag fuhren wir mit der vollen U-Bahn zu „Colosseo“ und sobald wir aus der Station traten, stand es vor uns: das Kolosseum. Ein imposantes Werk, es gehört sogar zu den neuen sieben Weltwundern. Es war im antiken Rom ein Schauplatz für „Spiele“, wie Gladiatorenkämpfe und Tierhetze. Wir gingen auch ins Kolosseum und es war wirklich ein Privileg dort zu stehen, wo früher die Römer die Spiele mitverfolgt haben. Anschließend hatten wir Freizeit, die wir alle unterschiedlich genutzt haben: einige gingen Pizza oder Eis essen, einige gingen shoppen und einige konnten sich noch nicht vom Kolosseum trennen. Wir trafen uns wieder am Forum Romanum, dem Mittelpunkt des alten Roms, wo früher politische, wirtschaftliche und religiöse Gebäude standen. Heute sieht man nur noch Ruinen und kann nur noch erahnen, wie früher zum Beispiel der Vestatempel oder der Circus Maximus aussah. Es gab noch weitere Referate von unseren Mitschülern und Mitschülerinnen, die uns Einblick in das damalige alltägliche Leben gaben. Mittwoch brachen wir erst um neun zum Pantheon auf: einem früheren
Tempel und einer jetzigen Kirche. Das Pantheon ist ein „bauliches Meisterwerk“, kreisrund und bekannt für die Öffnung in der Decke, die die Nähe zum Himmel symbolisiert. Durch diese Decke fällt manchmal Regen, doch hatten wir strahlende Sonne. Von dort gingen wir zur Piazza Navona,einem Platz mit einem Brunnen, auf dem einer der vielen Obelisken in Rom steht, die damals „Souvenirs“ von alten Ägypten waren. Anscheinend sollte in der Nähe auch das beste Eis der Welt verkauft werden, also machten wir uns auf dem Weg zu dieser Eisdiele, wo wir allerdings feststellten, dass
bedauerlicherweise genau heute kein Eis verkauft wurde. Dann hatten wir nun auch in diesem Viertel Freizeit, in der manche shoppten, manche etwas aßen (wie letztendlich doch sehr gutes Eis) und manche am Trevi Brunnen verweilten. Wir besichtigten später noch die Ara Pacis, ein Tempel errichtet für die Friedensgöttin. Der Tag neigte sich dem Ende, und wir besuchten noch die Spanischen Treppe, bevor wir wieder in kleineren Gruppen mit der U-Bahn zum Hotel fuhren. Später gingen wir noch zum Supermarkt, wo sich die ausschließlich Italienisch „sprechenden“ Selbstbedienungskassen schwieriger als gedacht herausstellten.
Donnerstag war unser letzter voller Tag in Rom, an dem wir den Vatikan, genauer gesagt den Petersdom besichtigten. Um hereinzukommen standen wir in der Schlange, die sich einmal komplett um den Petersplatz wickelte. Es gab sogar eine Postfiliale auf dem Platz, auf deren Briefmarken der Papst Leo XIV abgebildet war. Als wir in die größte Kirche der Welt traten, konnte man seinen Blick nicht von der gold verzierten Decke lösen und man war überwältigt von der Pracht dieses Ortes. Wir sahen die berühmte „Pieta“ von
Michelangelo und der schwarz-goldene Altar, unter dem St. Petrus, der erste Papst, begraben liegen soll. Wir gingen ebenfalls in den Keller, wo die anderen Päpste begraben liegen. Der Petersdom war definitiv ein Highlight für viele und wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Danach hatten wir Freizeit, die wir genutzt haben, um Pizza und sehr gutes Eis zu essen. Wir trafen uns später, um in die Kapitolinischen Museen zu
gehen, wo wir eine Stunde verbrachten. In dem Museum sieht man zum Beispiel die Statue der Kapitolinische Wölfin, die zusammen mit den Brüdern Romulus und Remus dargestellt wird. Der Tag endete wie immer im gleichen Restaurant, jedoch gab uns das freundliche Personal noch einen Korb voll mit Proviant für den nächsten Tag, was uns natürlich sehr gefreut hat. Am Freitag ging der Flug und die Fahrt zurück relativ schnell und wir kamen um ca. 21:30 Uhr wieder in Oldenburg an.
Die Fahrt war eine unvergessliche Erfahrung! Sie hat uns als Kurs sehr viel näher zusammengebracht und wir haben nun neue tolle Erinnerungen geschaffen. Wir danken Frau Winkler und Frau Gerkan, die uns durch Rom geführt haben.
Text: Helena Harms Bild: GEO
