Flüchtlingskinder – Wir helfen

Wer im letzten halben Jahr nicht gerade unter einem Stein gelebt hat, der hat mitbekommen, wie viele Flüchtlinge, politische und wirtschaftliche, im Moment nach Deutschland kommen.

Gerade nach den Anschlägen in Paris habe ich, wie viele meiner Freunde auch, öfter und intensiver Nachrichten geguckt als normalerweise und noch viel mehr davon mitbekommen.

Was, zumindest bei mir, zu einem wahnsinnig schlechten Gewissen geführt hat, das sind Gleichaltrige, die mit ihrem Hab und Gut auf den Rücken geschnallt nach Deutschland kommen. Aber wie sollte man da schon helfen können?

Einige Freundinnen sind in der Kirche aktiv und geben Essen aus, andere bringen Jacken zum Fliegerhorst, aber richtig persönlichen Kontakt gab es nie.

Das sollte sich ändern, als kurz vor den Herbstferien ein Aufruf zu einem ersten Treffen zum Thema Flüchtlinge die 9. und 10. Klassen erreichte. Ich bin, genau wie viele meiner Freunde, hingegangen, erstmal nur zum Gucken.Basteln

Unter der Leitung unserer Schulsozialpädagogin Frau Helfers haben wir dann erste Ideen gesammelt. Im Blickpunkt stand unsere Nachbarschule, die OBS Eversten, an der es zwei Sprachlernklassen gibt, die inzwischen größtenteils mit Flüchtlingen besetzt sind. Eingeladen zum ersten Treffen waren auch Frau Alberts, Leiterin einer der Sprachlernklassen, die uns viel über den Alltag dort erzählen konnte, und Frau Jacobi-Bettien, die bereits im Vorfeld die Initiative von Frau Helfers unterstützt hatte.

Wir beschlossen schließlich, die Sprachlernschülern zu uns ins GEO einzuladen, um mit Gemeinschaftsspielen und Bastelmaterialien zu testen, wie es mit der Kommunikation überhaupt klappen würde. Als es dann so weit war, waren wir alle ziemlich nervös und aufgeregt, weil keiner so richtig wusste, was wir zu erwarten hatten. Kinder und Jugendliche im Alter von 10-16 Jahren aus aller Herren Länder mit nur geringen oder teilweise keinen Englisch- oder Deutschkenntnissen, wie sollte das klappen?

Es lief grandios! Wir verständigten uns zwar viel mit Händen und Füßen und waren am Anfang noch ziemlich verkrampft, aber bald hatten sich alle entspannt und es wurde ein richtig schöner Nachmittag.

Spielen

Schnell war auch klar, dass aus diesem ersten Treffen eine regelmäßige Aktion werden sollte. Unterstützt von verschiedenen Lehrkräften des GEO und der OBS treffen sich seitdem jeden Dienstag von 13:30 bis 15:00 einige Schüler des GEO mit den Sprachlernschülern. Das Ganze findet auf freiwilliger Basis statt, das heißt man trägt sich einfach für die Termine ein, die einem passen.Wir helfen dann bei Hausaufgaben, üben das Reden, spielen UNO und versuchen generell, die Sprachlernschüler willkommen zu heißen und ihnen den Einstig ein bisschen leichter zu machen. Ich war schon einmal an einem Dienstag dabei, und es hat wahnsinnigen Spaß gemacht.

Wenn ich jetzt die Nachrichten gucke, dann sehe ich nicht mehr Flüchtlinge, sondern ich sehe die Gleichaltrigen aus den Sprachlernklassen und ich weiß, dass ich mich zumindest ein kleines bisschen nützlich machen kann.

Spaß haben

Vielen Dank an Frau Helfers, Frau Alberts, Frau Jacobi-Bettien sowie alle Unterstützer, dass Sie das ermöglichen!

Hanna Gesang, 9b