Erfahrungsbericht zum Brigitte-Sauzay-Austauschprogramm

Als unsere Französischlehrerin, Frau Luttmann, uns das Brigitte-Sauzay-Austauschprogramm vorstellte, war ich von Anfang an sehr interessiert.

Über die Homepage des Programms habe ich dann eine Bewerbung geschrieben in der Hoffnung, dass sich vielleicht jemand meldet. Meine Überraschung war groß, als ich nach zwei Tagen bereits über zwanzig Anfragen hatte. Die Auswahl fiel mir nicht leicht, aber ich entschied mich für eine Austauschpartnerin, die fast die gleichen Interessen hatte wie ich.
Ende Oktober, nachdem wir alles mit der Schule geregelt hatten, war es dann endlich so weit und es ging auf nach Frankreich. Als ich ankam, war ich zunächst sehr aufgeregt und gespannt, was mich wohl erwarten würde. Schon die Begrüßung der Franzosen ist anders als in Deutschland. Die Franzosen geben sich bei der Begrüßung rechts und links auf den Wangen „Bisous“.
Mein erster Schultag war sehr interessant für mich und ich stellte fest, dass auch hier vieles ganz anders ist als in Deutschland. Vor jeder Stunde muss man sich auf den Pausenhof aufstellen und warten, bis der Lehrer einen abholt. Danach stellt man sich vor dem Klassenzimmer in zweier Reihen auf und die Anwesenheit wird geprüft. Weiterhin gibt es sogenannte „Aufseher“, die dafür sorgen, dass die Schüler in den Pausen oder beim Mittagessen in der Kantine keinen Blödsinn machen. Sogar vor den Toiletten steht jemand zum Aufpassen. In Frankreich sind die Lehrer generell strenger als in Deutschland. Wenn sich jemand im Unterricht mit seinem Nachbarn unterhält oder etwas macht, was er nicht soll, dann wird er direkt vor die Tür geschickt. Mittagessen gibt es in der Kantine schon um 11.35 Uhr. Es ist nicht üblich, in den Pausen zu essen. Danach ist dann eine Stunde Freizeit. Hier kann man Sport machen oder seine Hausaufgaben erledigen. Nach der großen Mittagspause geht der Unterricht dann bis 16.55 Uhr weiter. Zum Glück wurde ich von allen Schülern und Lehrern sehr herzlich empfangen und aufgenommen. Mir wurde alles erklärt und der Schulbesuch gehört für mich mittlerweile zum Alltag.
Nach der Schule bleibt Zeit für die Hausaufgaben und die Hobbys. Auch im Sportverein und der Musikschule wurde ich herzlich empfangen und alle hatten Verständnis dafür, wenn ich etwas nicht verstanden habe. Keiner war sich zu schade, mir auch etwas mehrfach zu erklären, bis ich es verstanden habe. Wir lachen auch sehr viel, vor allem, wenn ich einmal etwas nicht richtig ausspreche und die Sätze dann einen ganz anderen Sinn geben.
Mit meiner Gastfamilie habe ich schon sehr viel unternommen. Das Highlight war ein Ausflug nach Paris. Ich wohne derzeit in einem kleinen Dorf mit 1.800 Einwohnern, da ist so eine Großstadt schon eine willkommene Abwechslung! In Paris haben wir verschiedene Museen besichtigt und eine Bootstour über die Seine gemacht.


Was nicht unerwähnt bleiben sollte, das sind die Essgewohnheiten der Franzosen. Gefrühstückt wird zu gleichen Zeit wie in Deutschland, das Mittagessen gibt es zwischen 14.00 und 15.00 Uhr und nach 20.00 Uhr gibt es ein warmes Abendbrot. Zuerst gibt es meistens einen Salat, dann kommt das Hauptgericht, dann gibt es eine Käseplatte und zum Schluss Früchte, Kuchen oder ein Joghurt. Was natürlich nicht fehlen darf, ist das Baguette. Das viele Essen ist schon eine Umstellung für mich.
Nun bin ich schon fast zwei Monate in Frankreich und werde auch die Weihnachtsfeiertage bei meiner Gastfamilie verbringen. Ende Januar ist meine Zeit in Frankreich dann schon wieder vorbei. Bis jetzt hatte ich eine sehr schöne Zeit, ich habe schon viele neue Freunde gefunden. Ich kann nur jedem empfehlen, einen Austausch zu machen. Dass ich bisher so eine schöne Zeit hatte, habe ich auch meiner Gastfamilie zu verdanken, die mich so herzlich aufgenommen und so gut integriert hat.

Julia Thöle